Meine Geschichte als Grabredner

Cosimo, erzähl uns doch bitte etwas zu deiner Person: „Geboren bin ich 1973 im schönen Schwarzwald. Seit meiner Heirat 2010 leben meine Frau und ich im Nürnberger Land. Wir lieben es, gemeinsam Zeit zu verbringen, uns draußen in der Natur zu erholen. Wir lassen uns auch gerne von anderen Ländern und Kulturen inspirieren.“

Wie wird man freier Trauerredner? „Geschichten haben mich schon als kleiner Junge fasziniert. Doch die persönlichen Lebensgeschichten – fernab von Geschichtsbüchern – sind oftmals um ein Vielfaches spannender!

Als mein Opa starb, erlebte ich hautnah mit, wie sehr meine Oma litt. Ich fühlte, da ist ein so großer Bedarf nach Nähe und Trost und machte mir meine Gedanken. Jahre später bat mich ein guter Bekannter, für seine verstorbene Mutter eine Grabrede zu halten. Eigentlich wollte ich ablehnen, doch konnte ich ihn auch schlecht hängen lassen. Und so bin ich über meinen eigenen Schatten gesprungen und hab meine erste Trauerrede gehalten. Das Feedback war gut und ich wurde danach öfters von Bekannten gefragt, ob ich diese Aufgabe nicht übernehmen könnte.

Als mir dann ein Bekannter erzählte, dass Bedarf an freien Rednern besteht, entschlossen sich meine Frau und ich, erstmal ein Praktikum bei einem Bestatter zu machen. Wir wollten herausfinden, ob wir uns damit identifizieren und auch mit dieser speziellen Situation umgehen können. Nach Beendigung des Praktikums war uns klar: Ja, wir wollen und können Menschen auf dem schwersten Gang ihres Lebens beistehen.“

Was ist für dich die größte Herausforderung bei einer Trauerrede? „Die größte Herausforderung für mich ist, dass ich den Verstorbenen leider nicht zurückholen kann. Umso mehr schätze ich die Aufgabe, denjenigen so klar wie irgend möglich zu beschreiben, um sein Andenken lebendig zu erhalten.“

Was ist für dich das größte Geschenk bei deiner Arbeit? „Das Vertrauen, das die Menschen mir schenken, während sie mich an der Biographie ihres Angehörigen und ihrem Leben und Schmerz teilhaben lassen.“

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